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Day of the Calmund (Bericht)

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1 Day of the Calmund (Bericht) am Fr 09 Nov 2012, 06:50

J.S.

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Admin
Da Matze und ich schon lange mal einen gemeinsamen Angriff geplant hatten haben wir die Nummer nun schlussendlich nach einigen Komplikationen in dieser Woche auf die Reihe bekommen und ich folgte Matzes Einladung auf sein Boot nur zu gern.

Matze hatte bereits am Montag und Dienstag schwierige Gefechtsfelderkundung mit mässigen Erfolg betrieben, wobei ein 73er Zander ja mal echt nicht zu verachten ist, wobei der Dienstag aber wohl richtig Scheisse war.
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Der Wetterbericht hatte Sturm gemeldet, welcher aber zum Glück nur als kräftiger Wind bei uns ankam.
Wir sind also am Mittwoch mit einer ausgedehnten Schlepptour gestartet und gegen Mittag war uns jedoch klar – „nix werden wir fangen- gaaaarnix!“

Da der Teufel aber bekanntlich ein Eichhörnchen ist und Matze noch ein Ass in Form einer totsicheren Stelle im Ärmel hatte wurde diese ersteinmal angesteuert und die Pimpelstöcke rausgekramt (wohlweisslich, daß man mit der Methode“ gaaarnix…“ fangen kann hatte ich mir ja vor einer Weile extra eine neue Vertikalrute geschossen).

Ne Stunde tat sich erstmal garnix – bis sich plötzlich die Steine über die ich meinen Köder die ganze Zeit planlos gezerrt hatte irgendwie komisch anfühlten und zum Vorschein kam ein ausgesprochen hässliches kleines Glubschauge, was von mir erstmal als Zufall abgetan wurde. Ich radierte also weiter an den Steinbrocken herum und einige Zeit später kam ein weiteres kleines Glotzmonster zum Vorschein, ich hatte dann noch einige Fehlbisse und einen Aussteiger und Matze fing auchnoch einen kleineren Zander, danach war aber ausser kalten Füssen irgendwie garnixmehr…
Wir Schleppten noch etwas und probierten noch einige andere Stellen bis in die Dunkelheit, aber es war echt nixmehr zu machen…

Nach guter Verpflegung und angenehmer Nachtruhe starteten wir zeitig am nächsten morgen in den kommenden Tag.

Der Donnerstag ließ nach den Erfahrungen des Vortages also durchaus Schluss zu, daß ich mit meiner „nix werden wir…“ Prognose richtig liegen könnte…

Wir sind also eher gering motiviert in unserer Schlepprunde gestartet und sinnierten gerade darüber, daß es heut auf dem Echolot ja doch irgendwie besser Aussähe aber wir wohl doch vermutlich wieder „gaaaarnix…“ ,als es plötzlich komisch in meiner Schlepprute „wuppte“ und es unerwarteterweise „fish on“ hiess.
Etwa 10 Sekunden später konnte ich in fast maximaler Schleppentfernung irgendwas komisches an der Wasseroberfläche ausmachen und dachte zunächst ich hätte irgendetwas quergehakt oder Müll am Haken, als sich das etwas als Rückenflosse entpuppte.

Nach kurzen Drill lag dann allerdings ein Barsch im Kescher dessen BMI ich als hochgradig gesundheitsgefärdend einstufen würde – wir waren uns beide recht sicher es mit nem Fuffziger zu tun zu haben, genaues messen ergab allerdings nur 49cm - für mich war der Tag damit jedenfalls schonmal im Sack (wer hat eigentlich diesen hirnlosen „ist der erste Fisch ein Barsch ist…“ Spruch erfunden?).

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Nachdem der kleine Fettsack versorgt war schleppten wir also wieder los und keine 10 Minuten später war bei Matze der Stock krumm und ein weitere superfetter Bluthochdruckbarsch wanderte in den Kescher…
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Wir schleppten den Bereich den noch 3 mal ab und pimpelten dort auch noch eine Weile und es gab auch noch ein paar Bisse bei Matze, von denen aber leider keiner richtig hängenblieb.
Ich hätte nun vermutlich den ganzen Rest des Tages an der Stelle rumgegammelt wenn der Kapitän nicht ein Machtwort gesprochen hätte und die Stelle vom Vortag angesteuert hätte…

Dort angekommen dauerte es keine 10 Minuten und Matze hatte den ersten Zander im Boot , es vergingen keine weitern 10 Minuten und er hatte den nächsten Fisch. Wir pimpelten also munter vor uns hin während sich bei mir gaaarnix tat.
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Nach geraumer Zeit kam bei mir das Bedürfniss auf, den auf dem Boot getrunkenen Kaffee an Land zu bringen – also Pinkelpause!
Nach einigen grotesken Gymnastikübungen im Thermoanzug um die Kälte aus den Knochen zu vertreiben enterte ich erneut das Boot begleitet von den Worten „gaaarnix werden wir…“!

Meine Worte waren kam verhallt als Matze mich auf eine Riesensichel auf dem Echolot aufmerksam machte – ich kommentierte die Bildschirmanzeige mit den Worten „Scheissegal – das klappt nie das - sowas bekommt man nie an den Haken“ und ich schickte meinen Fin-S-Fish unmotiviert in die Tiefe…

Etwa 60 Sekunden später wuppte es malwieder irgendwie komisch in meinem Vertikalstreichholz und ich dachte sofort an einen jener schwachbrüstigen glubschäugigen Genossen den ich nun einfach kranen wollte, was aber irgendwie nicht in angedachter Manier funktionieren wollte…
Ich zerrte also immernoch leicht genervt an meiner Rute als mein Gegenüber offenbar nun doch zum Leben erwachte.

Zwei knallharte Schläge in der Rute zeigten mir unmissverständlich das da nun offenbar ein richtiger Fisch mit ausreichend schlechter Laune an der Schnur hing, was ich noch mit den Worten „oh geil – das is´n Hecht“ kommentierte.
Währen ich noch etwas perplex herumsinnierte begann der Kollege erstmal richtig zu zeigen wo der Hammer hängt und gab mächtig Gas. Die erste Flucht war auch echt nicht von schlechten Eltern, nur kann das an dem leichten Gerät auch ein 80er Hecht hinbekommen. Dann allerdings kam der Bursche kurz an die Oberfläche und zeigte uns die Flanke – das war gar nicht gut, denn nun brach die von mir wohlbekannte Meterhysterie an Bord vollends aus!

Nach einigen Sekunden zückte Matze geistesgegenwärtig sein Handy und begann zu filmen – nur leider sind die Filmaufnahmen keinesfalls zu Veröffentlichung geeignet, da es sich um eine Aneinanderreihung von wirren Kommandos, sinnlosen Gebrabbel und einer nichtendenwollenden Serie von Flüchen handelt.

Dank der Umsicht meines Bootspartners und des von mir in weiser Voraussicht mitgenommenen viel zu grossen Keschers konnten wir den Fisch dann nach geraumer Zeit mit den Worten „Alter das isn Meterdreissig“ und „Scheisse – wir haben Rainer Calmund gefangen“ landen.

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Ich hab dann auch fünfmal geschaut ob ich nicht irgendwie ein Zollstockglied vergessen hätte, aber die korrekte Vermessung ergab wirklich „nur“ nen Metersechzehn (die Grösse hab ich wohl gepachtet).

Der Fisch wirkte im Wasser wirklich riesengross und man sieht malwieder wie man sich da verschätzen kann.

Ich würde den Fisch vom Gewicht her etwa bei 28 Pfund einordnen, wobei mir da aber auch die Erfahrungswerte fehlen, da ich meine Fische niemals wiege.

Wir fischten dann noch eine Weile ergebnisslos weiter und traten dann die Heimreise an.

Es waren zwei klasse Tage auch wenn es immerwieder richtig zäh war.
Ich möchte mich hier auch nochmal ganz ausdrücklich bei Matze für das ganze Drumherum bedanken und betonen, daß gerade beim Vertikalen (besonders bei so starken Wind) und beim Schleppen die anglerische Leistung klar beim Steuermann liegt – im Boot sitzen und mal nen Fisch rauszerren kann auch nen Schimpanse…

In diesem Sinne- Grüsse vom Schimpanse!


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Gegen einen anständigen Hechtangeltag muss jede militärische Übung wie ein Kindergeburtstag wirken!
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2 Re: Day of the Calmund (Bericht) am Mo 12 Nov 2012, 09:14


Ich bin heute noch total geflasht Laughing

Übrigens war mein Vater heute nochmal draussen und hat an unserer Barschstelle wieder einen Bluthochdruckbarsch Embarassed gefangen, wieder auf einen Rapalla DD Sure Set genau wie ich am Donnerstag


Gruß Matze

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3 Re: Day of the Calmund (Bericht) am Mo 12 Nov 2012, 09:37

J.S.

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Admin
Goil!
Selbe Stelle selbe Welle?
Wie gross war der denn?


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4 Re: Day of the Calmund (Bericht) am Mo 12 Nov 2012, 11:27

Kann ich Dir Morgen sagen,
Aber 1420gr hatte der Fettsack!



Wir fangen heute .......... Nix

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5 Re: Day of the Calmund (Bericht) am Fr 16 Nov 2012, 07:50

Dickes Petri! Muss ja ein Hammer Tag gewesen sein. Danke für den Bericht!

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